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2026-02-14 Global Limits – Sao Tome the Hemisphere Crossing

Sao Tome ? … where the hell is Sao Tome? Diese Frage tauchte vielerorts auf, wenn ich von meinen Plänen erzählte: Sao Tome ist eine kleine Insel am Äquator vor der Westküste Afrikas und war bis 1974 portugisische Kolonie.  

Seit den ersten Fotos der Veranstaltung war mir klar, ich will das machen! Ein 6-Etappenlauf über 200 km und etwa 6000 HM quer über die Insel und als besonderes Highlight der Zieleinlauf direkt am Äquator!

Hat einige Jahre gedauert, aber heuer war es endlich soweit. Anreise über Lissabon, ein paar Tage zur Akklimatisierung gegönnt, immerhin aus dem Mitteleuropäischen Winter auf die tropische Insel - gut 30° C warm und über 90% Luftfeuchtigkeit. Langsam trafen die Mitläufer ein, viele bekannte Gesichter 😊 und dann ging es los zum ersten Camp. Die folgenden 6 Lauftage waren geprägt von beeindruckenden Landschaften, wunderschönen Küsten, anspruchsvollen Singeltrails durch den Dschungel, Flussüberquerungen, matschigen Böden, steilen Vulkanhängen, Ortschaften mit freundliche Menschen, die uns immer wieder ungläubig bestaunten und anfeuererten, mitlaufenden Kindern, Sonnenschein und Tropenregen, der innerhalb kürzester Zeit die Trails in Bäche verwandelte. Trockene Schuhe? Ein Luxus für höchstens kurze Zeit 😊 Übernachtungen in ehemaligen Plantagen, Schulen, verlassenen Gästehäusern und 3x in Zelten direkt am Strand. Frische Kokosnüsse extra für uns von den Palmen geholt, einmal hatten wir den Luxus ein Fischlokal in der Nähe unseres Camps zu haben…

 

 

Mir ging es von Anfang an sehr gut, dann hat mich ein blöder Sturz kurz vor dem ersten Etappenziel die folgenden Tage etwas gebremst, einfach langsam laufen und genießen war das Motto. Am 4. Tag stand die lange Etappe mit 58,7 km auf den Plan, vor der hatten wir alle Respekt, waren doch die kürzeren Tage bisher schon anstrengend, mein Ziel war es einfach vor Sonnenuntergang anzukommen…. Da auf diesem Abschnitt auch einige Kilometer Straße zu bewältigen waren, kam ich schneller voran als gedacht, hab mich dann aber 1x kurz verlaufen (es lag NICHT an der Markierung 😊), hab beim letzten Checkpoint noch eine Kokosnusspause eingelegt und kam für mich überraschend als 3.schnellste Frau ins Ziel. Der nächste Tag hatte nur 27 km, war aber für uns alle unerwartet hart, wahrscheinlich durch die langen Strecken in der direkten Sonne. Auch an dem Tag konnte ich als 3.schnellste Frau finishen…. Wahrscheinlich weil ich einfach ankommen wollte, wenn es mühsam wird, geb ich Gas 😊Kam an beiden Tagen ungeplant, freut aber 😊

 

Der letzte Tag…. Nur noch 16 km…. Ich war etwas wehmütig – so schnell geht so ein Traumevent zu Ende. Also langsam, jeden Schritt genießen … nochmal durch den Regenwald, nochmal durch den Gatsch, nochmal durch eine Ortschaft mit freundlichen Leuten bis zu einer Abzweigung wo es hieß „almost there“ (das kann bei Global Limits viel heißen, letztes Jahr bei den Peaks of Balkans waren es dann noch 10 km und 1000 HM), aber hier war es wirklich almost there…. Der Weg führte zu einem Traumstrand, den entlang bis ans Ende, dort warteten Fischerboote, die uns auf die vorgelagerte Insel brachten, um die ging es noch einmal herum – 5 km – bis zum Ziel direkt am Äquator. Ein netter Downhill hat mich dann noch zum Straucheln gebracht, Vulkansteine sind echt scharfkantig. Knie aufgeschlagen, Hand aufgeschnitten,… so bin ich die letzten 2 km zum Ziel. Mit blutigem Knie, blutiger Hand und Blut auf der Nase :D, aber überglücklich konnte ich mit einem Sprung über den Äquator dieses einzigartige Erlebnis finishen 😊

 

Ein geselliges Abschlussdinner hat die Woche abgerundet (Hungrige Läufer – ich miteingeschlossen – verlieren sämtliche Hemmungen am Buffett 😊 … aber wir sind alle satt geworden und haben es richtig genossen)

Danke an Global Limits für die immer hervorragende Organisation und Betreuung.

Fazit: Absolut empfehlenswert, es gibt auch eine kürzere Strecke von 130km, auf die man auch noch während des Events umsteigen kann. Bin natürlich froh und stolz, die 200km gewählt und gefinished zu haben.